APM 1 – Produktmanagement in der agilen Welt

In der ersten Episode der Gesprächsreihe über Agiles Produktmanagement spreche ich mit Victoria und Bernd Schiffer, die nicht nur seit vielen Jahren als agile Entwickler, Coaches und Produktmanager leben, sondern sogar ihre Hochzeit und ihr Auswandern nach Australien mit Kanban organisiert haben.
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avatar Victoria Schiffer
avatar Bernd Schiffer
avatar Simon Waldherr
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Anfang

00:00:00

Begrüßung und Vorstellung Victoria und Bernd Schiffer — Gast Victoria — Real Estate .com — Iteration Manager — Scrum-Master — Delivery-Manager — Vorher war sie bei Xing Produkmanagerin und Software Engineer — Software Engineer — Gast Bernd — Freelancer — Seine Firma Bold Mover — vorher Consultancy — Er beschäftigt sich seit ungefähr zwölf Jahren mit agilem Produkmanagement — Einschlafen-Podcast — Bigpoint GmbH, Technikabteilung — Toby war vorher auch Produktmanager bei Xing (in der gleichen Gruppe wie Vicky) (davor Entwickler) .

Agilisten waren vorher oft Entwickler

00:03:47

Agiles Coaching — Product Owner Szene ist schwächer als Scrum Master Szene — Linked.in Groups — Roman Pichler — Henrik Kniberg — Pichlers Buch Agiles Produktmangement — Das von Toby synchronisierte Video "Agile Product Ownership in a nutshell" — Jeff Pattons Story Maps — Marty Cagan — Eric Ries — Ash Maurya — Lean Startup (Running Lean — eher für Entrepreneurs) .

Was bedeutet "Lean"

00:08:34

Toyota Production Management "Lean Thinking" aus den 1940ern — Agile aus den 1990ern — Scrum '95,'96 — Kniebergs Exkursion zu den Toyota-Werken (Toyota macht in der Software interessanterweise eher Wasserfall)  — Wasserfallmodell — Das agile Manifest von 2001 — Value Sream Mapping (Wertstromanalyse) — Muda/Waste-Vermeidung — Ein Prinzip: Simplicity/Einfachheit — Puristen — "Scrum is an intentionally incomplete framework." (Toby zitiert Jeff Patton) — Bernds Agile-Management-Patterns Kurse — Build-Measure-Learn gehört zum Produktmanagement — Technische Exzellenz (und alle arbeiten gemeinsam sind die wichtigsten Pfeiler des agilen Entwickelns) .

Lieblingssätze im Agilen Manifest

00:14:16

(Vicky findet den ersten Punkt "Individuals and Interactions over tools and processes" am wichtigsten)  — Bessere Kommunikation führt zu besserer Software (ermöglicht Responding to Change)  — Bernd hat keinen Lieblingssatz (es ist zu individuell pro Kunde / Situation)  — Bernds Lieblingsprinzip: "Simplicity--the art of maximizing the amount of work not done--is essential." — Tobys Lieblingssatz: "Responding to change over following a plan" — Requirements Document (Pflichtenheft) — QA (Quality Assurance) — Following a Plan — Eliminating the waste (Verschwendung) — Kanban — Toby arbeitete in Rapid-Response-Team.

Scrum oder Kanban?

00:19:41

Macht man in Produkt-Teams eher Scrum und in Maintenance Teams eher Kanban? (Scrum — Kanban)  — Vicky: "Sowohl als auch" — No-Estimates Diskussion (Blog über No Estimates)  — Vorhersagbarkeit ohne "Estimates", bspw. Iterativ mit Budget — Wie immer: es kommt drauf an, was man erreichen möchte — "Hauptsache ihr achtet darauf, dass ihr irgendwo Platz habt, euren Plan anzupassen" (Toby) — Three contraints (Randbedingungen) (regelmäßig Produkte fertig stellen — Den Kunden zufrieden stellen, "delight the customer" — kontinuierlich verbessern)  — Personal Kanban — Portfolio Kanban — Bernd: Teams wechseln häufig von Scrum nach Kanban oder anders herum — Kanbans WIP limits (WIP = work in progress) — Jemandem, der Kanban machen will, sollte man kein Scrum verkaufen — Retrospektive (wird oft bei Kanban vergessen)  — Operation Reviews — David Anderson (Lessons in Agile Management: On the Road to Kanban by David J. Anderson, Alan Shalloway and Stephen Denning (Aug 2, 2012))  — "Lernen unterschiedliche Dinge zu messen um zu lernen" (Bernd) — "Whatever floats your boat" (Bernd) (Erklärung im Wiki) .

Product Owner-Rolle in Scrum oder Kanban

00:30:25

Kanban hat keine Anforderung an die Rollen (nimmt was da ist, PO ist nicht erforderlich)  — Visualisieren des Value-Stream — In Scrum ist ein Product Owner vorgeschrieben (inklusive fester Rollenbestandteile als "Owner")  — PO-Rolle aus Scrum geht genau so in Kanban.

Woher kommt der Wunsch in Firmen, ins Agile zu wechseln?

00:33:13

Meist kommen Anfragen von Sandwich-Managern "Head of Development" — "Du hast einen Haufen Produktmanager" (Bernd) (natürlich nicht negativ gemeint)  — Was heißt die Rolle eines Produktmanagers (und was ist eigentlich ein Produkt?)  — Produktmanager schaffen im agilen Umfeld häufig viel mehr als im Wasserfall — Der Kollaborationsmoment, das direkte Feedback wurden schnell klar und geliebt — Die Sorge, Kontrolle zu verlieren, weicht schnell der guten Erfahrung, viel mehr zu schaffen — Ideenentwicklung und Entscheidungen — Vertrauensgewinn — im Agilen hat man mehr Kontrolle, weil man viel schneller nachjustieren kann — Investitionsentscheidungen anhand der Information, was am Ende herauskommt (kann man bei komplexen Produkten sowieso nicht)  — Wartung — "Save-my-Ass Policy" (Toby).

Gibt es Projekte, in denen Wasserfall sinnvoll ist?

00:43:42

kurze 3-4 Wochenprojekte können evtl. auch als Wasserfallprojekt durchgezogen werden (Toby) — Das Logo von Bernds Firma Bold Mover wurde auch agil entwickelt (täglich gingen Mails hin und her)  — "Landing Page" — Man sollte sich vorher über das Mindset im Klaren sein — "Du kannst nicht agil machen, du kannst nur agil sein" (Bernd) — Toby dachte an Projekte, bei denen im Voraus schon alles klar ist (es fällt ihm aber kein Beispiel ein)  — Sobald man im agilen Mindset ist, macht man alles agil — "Agil ist kein Selbstzweck" (Bernd) — Wenn man gute Erfahrung im Agilen gemacht hat, warum sollte man es dann noch anders machen? — Vicky wüsste gar nicht mehr, wie man "Wasserfall" machen sollte (ist gar nicht schwer, außer man macht RUP)  — Vicky empfiehlt, einfach mal auszuprobieren.

Personal Kanban: agiles Heiraten

00:52:10

Küche in Hamburg, Schränke mit Post-Its beklebt — Heirat in vier Spalten Kanban (Backlog ,Todo, Doing, Done) — Reviews auf Produkt-Ebene — Bernd musste die Einladungen machen, VIcky hat ihn getrieben — Kanban machte den Fortschritt besser sichtbar und für beide einfacher zu erkennen — Stand Up nicht nötig, sie waren eh die meiste Zeit in der Küche (sehr hohe Transparenz)  — Nicht nur die Hochzeit, sondern auch die Auswanderung nach Australien lief über Kanban (noch viel mehr Karten als bei der Hochzeit)  — Personal Kanban sollte man in einem Raum machen in dem man oft ist/vorbei kommt — Auch Personal Kanban Iterationen planen, z.B. "Visum" — Erst war geplant, die Möbel auf eBay zu verkaufen — Glücklicherweise merkten sie frühzeitig, dass sie nicht alle Möbel auf eBay stellen können — Umplanung auf Hausflohmarkt statt eBay — Personal Kanban war erfolgreich ("Wir sind in Australien, wir haben geheiratet..." (Bernd))  — Die Rolle des Produktmanagers wurde untereinander aufgeteilt — "Produktmanagement at it's best" (Victoria).

Verabschiedung

00:59:59

Das Podcast-Logo ist von Michael, vielen Dank!

9 Gedanken zu „APM 1 – Produktmanagement in der agilen Welt

  1. Gregor Gramlich

    Hallo Toby,

    gibt es auch einen sichtbaren Link für den RSS Feed? Ich habe jetzt nur die Adresse aus dem head der HTML Seite rausgeholt und im Pod Catcher eingetragen. Das funktioniert :-)

    Werde mir die Sendung gleich mal anhören.

    Antworten
  2. Abkueko

    Hallo Toby,

    schöne erste Episode. Für mich als Laien jedoch leider etwas zu anspruchsvoll. Insbesondere zu viel Fachsprache. Wäre es denkbar in ein paar Episoden einen APM-Crashkurs zu machen (1-3 Episode a 1h)? Würde zumindest mir helfen das Thema besser zu verstehen, denn eine laientaugliche Erklärung mit Umfang konnte ich im Web nicht finden. Also eine in der auch mal Fachtermini erläutert werden.
    Das Thema als solches ist für mich sehr interessant.

    Antworten
    1. Gregor Gramlich

      Hallo Abkueko,

      vielleicht helfen Dir die Folgen des Zukunftsarchitekten:

      http://zukunftsarchitekten-podcast.de/2013/05/za050-scrum-co-agile-methoden-einfach-mal-erklart/
      http://zukunftsarchitekten-podcast.de/2012/10/za028-kanban-co-agile-methoden-einfach-mal-erkla%cc%88rt/
      http://zukunftsarchitekten-podcast.de/2013/07/za057-retrospektiven-wie-ich-sinnlose-meetings-durch-sinnvolles-lernen-ersetzen-kann/
      http://zukunftsarchitekten-podcast.de/2012/07/za018-agile-methoden-in-der-praxis/

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    2. Jörg

      Das ist mir auch aufgefallen, der Podcast setzt ziemlich viel agiles Grundwissen voraus. Als jemand, der bisher nur hin und wieder mit ein paar agilen Konzepten zu tun hatte und ansonsten Kanban und Scrum nur aus der Literatur kennt, hatte ich es bisweilen nicht ganz leicht, Euch zu folgen.

      Aber das hängt wohl davon ab, Toby, was Dein Ziel-Publikum ist: Wenn es sich primär an agile PMs wendet, die bereits agil arbeiten und jetzt ein bisschen neue Ideen und Denkanstösse für ihre Arbeit möchten, ist der Level sicher okay. Falls Du auch die klassichen “Wasserfaller” neugierig machen willst, kann man ja vielleicht nochmal bei Gelegenheit eine “Back to Basics” Folge einbauen.

      Alles in allem aber aber eine coole erste Folge.

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      1. Simon

        Ich kann mich da nur anschließen. Ich bin selbst “nur” Grafiker aber durchaus interessiert an Workflow-Optimierung und Team-Führung. Ich weiß nicht ob der Podcast für Einsteiger gedacht ist, aber Wenn ja, würde eine einfachere Sprache sicher durchaus helfen. Ich finde dass erdet solche “Meta”-Themen etwas – zumindest könnte ich mir vorstellen, dass es manche Leute als “heisse Luft” abstempeln, wenn ein Manager mit Fachbegriffen um sich wirft und man erstmal nicht so richtig weiß was er genau sagen will.

        Was ich mitgenommen habe: Lean/Scrum/Agil sorgt für eine bessere und “öftere” Kommunikation im Team. ich hoffe das ist korrekt. :)

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  3. Horst Punk

    Hallöchen!

    Schöner Einstieg! Das Gesprächsformat hat sich ja eingebürgert und vermittelt auch meist ein schönes pluralistischen Abbild der Realität :) Bin gespannt wie das Format weiter geht. Falls es auch Folgen ohne Gäste geben soll, bin ich da auch zuversichtlich – darin, Monologe zu geben, bist du ja bereits geübt ;)

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